Abschied & Trauer

„Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“ 

– Franz Kafka

Abschied

Das Leben ist ein ständiges Abschiednehmen: wir müssen Abschied nehmen von unserer Kindheit, von Wünschen und Hoffnungen, von unserer Arbeit, von Freundschaften und liebgewonnenen Menschen. Abschiede lösen Wehmut und Trauergefühle aus. Die Art und Weise, wie wir uns verabschieden können, hat einen grossen Einfluss auf die Verarbeitungsmöglichkeit des Verlustes und auf die Fähigkeit kraftvoll weiterzugehen. Manchmal müssen Abschiede auch "nachgeholt" werden. Jeder Abschied beinhaltet eine Veränderung. Etwas geht zu Ende und etwas Neues tritt an seine Stelle. Manchmal können wir das Neue nicht sehen, da wir noch auf den Verlust konzentriert sind und mit dem Schicksal hadern. 

Trauer

Trauer kann durch Verluste jeglicher Art ausgelöst werden. Tod, Krankheit oder Behinderung aber auch eine Trennung, der Verlust der Arbeitsstelle, das Ende eines Lebensabschnittes oder ein unerfüllter Lebenstraum, können Gefühle der Trauer auslösen.

Jeder trauert auf seine Art und Weise. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Trauer kann bis ins Innerste erschüttern und sich schwer und bedrohlich anfühlen. Oftmals fühlen sich trauernde Menschen einsam. Die Mitmenschen sind verunsichert und überfordert. Wohlgemeinte Ratschläge und Trostversuche können beim Trauernden leicht das Gegenteil bewirken und verletzen. Manche aus dem sozialen Umfeld meiden den Kontakt plötzlich. Dabei ist es gerade in Krisensituationen wichtig, sich getragen und zugehörig fühlen zu können, damit wieder Halt gefunden werden kann.

Trauer ist keine Krankheit, vielmehr macht nicht trauern krank. Trauer will anerkannt und durchlebt werden, damit der Schmerz weicht. Dankbarkeit, Liebe und Sehnsucht werden an Stelle des Trauerschmerzes treten und die Leere füllen, welche der Verlust hinterlassen hat. Das braucht Zeit. Nimm Dich an in Deiner Trauer. Wir schenken Dir dafür Raum, Zeit und Aufmerksamkeit.

Wenn die Schritte schwer werden 

Das deutsche Wort "Trauer" bedeutet fallen, kraftlos werden, den Kopf sinken lassen.
Wer trauert, glaubt, nie mehr so leben zu können, wie es einmal war. Alles hat sich verdunkelt. Jeder Schritt kostet so viel Kraft. Morgens kommt man kaum aus dem Bett. Es ist eine Qual aufzustehen. Wohin denn aufstehen? In die Trauer, in die Einsamkeit, in die Sinnlosigkeit? Gedanken schiessen durch den Kopf: Kann ich den Tag heute durchstehen? Was soll ich denn machen? An wen kann ich mich wenden? Hilft das Beten? Oder ist mir auch das Beten abhandengekommen? Wer steht mir bei in meiner Trauer? Wer hält mich in meiner abgrundtiefen Trauer? (Anselm Grün) 

Wenn die Seele schreit und der Körper schmerzt

Schwere Verluste kommen einem psychischen Erdbeben gleich. Wir erleben zuerst eine Schockreaktion in der wir wie erstarrt sind, nicht wahrhaben wollen was gerade ist und irgendwie im Automatikmodus funktionieren. Später geraten die Gefühle völlig durcheinander und sie können kaum kontrolliert werden. Alle Gefühle und in jeder Intensität sind möglich. Auch Wut, Aggression und Scham gehören oft dazu. Es fällt schwer, sich zu konzentrieren, die Gedanken zu sortieren und manchmal nimmt man alles wie durch einen Nebel wahr und fühlt sich wie gelähmt. 
Die Trauer kann sogar körperlich weh tun. Bei Trauer wird im Gehirn die selbe Stelle aktiv wie bei körperlichem Schmerz. Auch psychosomatische Beschwerden - körperliche Sympome mit psychischem Auslöser - können auftreten.

In einer so schweren Zeit ist es hilfreich begleitet zu werden. Niemand muss das alleine schaffen! 

Melde Dich bei uns und wir schauen gemeinsam, wie wir Dich unterstützen können.

Erfahre mehr über unsere Wirkungsbereiche